Opferstein von Quoltitz

Opferstein von Quoltitz

Nördlich des Ortes Neddesitz auf Jasmund , nördlich von Gummantz, in der Gemarkung Quoltitz nahe der Krattberge, westlich von den Quoltitzer Bergen liegt ein auffälliger Findling skandinavischen Ursprungs, an und auf dem sich Spuren früher menschlicher Bearbeitung befinden. Er wird im Sprachgebrauch der Inselbewohner als Opferstein bezeichnet. Erstmals beschrieben wird er 1797 und 1806 von Caspar David Friedrich gezeichnet. Die jedoch weitaus älteren Spuren an und auf ihm, beschäftigte die Menschen der Insel schon seit früheren Zeiten. Zahlreiche Sagen und Legenden berichten über ihn.

Schälchen Opferstein von Quoltitz  auf RügenAuf der Oberfläche des etwa 73 Tonnen schweren 5 Meter großen Granitfindlings lassen sich zahlreiche Vertiefungen erkennen, die als Schälchen oder auch „Näpfchen“ bezeichnet werden. Sie werden auf Rügen „Blutgrapen“ genannt. Die den Findling umlaufenden Rillen verdeutlichen den Versuch, aus diesem Stein Trogmühlen (frühe handgetriebene Mühlen zum Schroten und Mahlen von Körnerfrüchten mit Hilfe von Mahlsteinen) zu gewinnen. Versuche, solche Mühlen herzustellen, gehen hier vermutlich auf die ausgehende Bronzezeit (1000–600 v. Chr.) zurück, lassen sich aber noch in die slawische Epoche Rügens übertragen. Der "kultische" Stein Quoltitz ist mit Sicherheit als Mühlenbruch zu interpretieren. Die Schälchen dagegen sind weitaus früheren Ursprungs und sollten als kultisch-rituelles Geschehnis einzuordnen sein, das wissenschaftlich noch nicht eindeutig erklärbar ist. Um den Stein herum stehen große Linden. Nordische Völker wählten die Linde als “TINGBAUM”. Vor einigen Jahren wurden Menschenknochen unterhalb des Steines gefunden. Von Versuchen her, den Stein zu spalten, und stammt wahrscheinlich aus dem Mittelalter eine große Rinne an der Oberseite. Auf der Informationstafelist zu lesen, dass der Name Opferstein seit 1800 -1832 überliefert ist.

Opferstein von Quoltitz  auf Rügen1318 wird der Weiler als "Koldatitze" genannt. Im Jahre 1485 verkaufte der Stralsunder Ratsherr Bertram von Lübeck die Ansiedlung an das Kloster Marienkrone. 1532 gab es 6 Bauernhöfe mit insgesamt sechs Hufen Ackerbesitz. 1560 erwarb das Stralsunder Sankt Annen- und Brigittenkloster Quoltitz, am Ende des 16. Jahrhunderts erhielt die Stralsunder Bavemannsche Armenstiftung einen Teil des Besitzes. 1599 sind sieben Bauernhöfe mit je einer Hufe Ackerbesitz angegeben, 1695 lag einer der Höfe wüst.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts sind die Bauernhöfe gelegt und es entstand aus dem Weiler ein Gutshof. Das Sankt Annen- und Brigittenkloster erhielt 1905 wieder den gesamten Besitz zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts ist Carl Hochrath, dann Carl Sievert Pächter des etwa 1000 Morgen großen Klostergutes, anschließend Walter Sievert. 1930 musste dieser jedoch nach einer Missernte Konkurs anmelden.

Das Gut existierte bis in die 1950er Jahre und wurde dann im Zusammenhang mit der Schließung des Quoltitzer Kreidebruchs, in dem einige der Bewohner arbeiteten, aufgegeben. Der ehemalige Kreidebruch die Wüstung Quoltitz wurde schnell zu einem Pionierstandort für zum Teil seltene Pflanzen und Tiere. Er wurde deshalb 1986 zu einem 42 Hektar großen Naturschutzgebiet erklärt, das seit 1990 Bestandteil des Nationalparks Jasmund ist.

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Quoltitz

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Die Sehenswürdigkeit Quoltitz bietet Ruhe und Erholung!